Alexandre Dusade – Literatur jenseits der Komfortzone
Alexandre Dusade schreibt über das, worüber man bisweilen lieber schweigt.

Seine Geschichten führen dorthin, wo Moral ins Wanken gerät, gesellschaftliche Fassaden Risse bekommen und der Mensch mit jenen Seiten seiner Natur konfrontiert wird, die er nur allzu gern im Verborgenen hält. Düster, provokant und mit einer ausgeprägten Leidenschaft für das Makabre verbindet Dusade historische Stoffe, Gothic, Erotik und Horror mit der immer wiederkehrenden Frage: Wie viel Moral ist tatsächlich Überzeugung – und wie viel davon lediglich anerzogenes Korsett?
Dabei versteht sich Provokation nicht als bloßer Selbstzweck. Hinter Gewalt, Sexualität, Tod und Grenzüberschreitung steht die Auseinandersetzung mit dem Menschen selbst. Täter und Opfer, Schuld und Unschuld, Anstand und Verderbtheit verlieren ihre vermeintlich klaren Grenzen. Dusades Figuren sind selten Helden im klassischen Sinne. Sie begehren, zweifeln, scheitern und überschreiten Grenzen – und zwingen damit nicht selten auch den Leser, die eigene Position zu hinterfragen.
Mit Werken wie „Soledad“ und „Die Metze“, erschienen beim Redrum Verlag, hat Alexandre Dusade eine literarische Welt geschaffen, die sich bewusst dem Gefälligen verweigert. Historische und gesellschaftliche Motive treffen darin auf menschliche Obsessionen, schwarzen Humor, Sinnlichkeit und Abgründigkeit.
Diese Beschäftigung endet nicht mit seinen Romanen. In „Dusades Kompendium“ widmet sich der Autor in kurzen philosophisch und kulturhistorisch angehauchten Texten Themen wie Libertinage, Moral, Religion, Todsünden, historischen Grenzgängern und der menschlichen Faszination für das Verbotene. Persönlichkeiten wie der Marquis de Sade, Aleister Crowley oder Anton Szandor LaVey werden dabei weniger als Vorbilder denn als Ausgangspunkte für die Betrachtung einer Frage verstanden, die sich wie ein roter Faden durch Dusades Schaffen zieht:
Ist der Mensch tatsächlich das moralische Wesen, für das er sich hält – oder hat er lediglich gelernt, seine Abgründe besser zu verbergen?
Alexandre Dusade liefert darauf keine bequemen Antworten.
Er lädt seine Leser vielmehr dazu ein, selbst hinzusehen.
Willkommen in der Welt von Dusade.