IST DAS KUNST, ODER KANN DAS WEG?
Eine vollkommen unseriöse Betrachtung des Autors Alexandre Dusade
Es gibt Autoren, die schreiben Liebesromane.
Andere schreiben Krimis.
Und dann gibt es Alexandre Dusade, der offenbar eines Morgens aufwachte und sich dachte:
„Was wäre, wenn Marquis de Sade, Edgar Allan Poe und ein Bestatter gemeinsam einen Wanderzirkus eröffnen?“
Damit war die Sache im Grunde entschieden.
Dusade schreibt bevorzugt über jene Dinge, bei denen andere Autoren spätestens nach dem zweiten Absatz überlegen, ob nicht doch ein netter Sonnenuntergang angebracht wäre. Tod, Begierde, Moral, Religion, gesellschaftliche Abgründe, Vampire, Libertinage und Menschen, deren Familienverhältnisse dringend einer therapeutischen Aufarbeitung bedürften.
Seine bisherigen Bücher tragen Titel wie „Die Metze“ und „Soledad“.
Demnächst gesellen sich Werke mit Namen wie „GeschwisterTriebe“ und „Zirkus der Verderbtheit“ hinzu.
Man erkennt:
„Der kleine Drache Kokosnuss“ war offenbar bereits vergeben.
Doch damit nicht genug.
Während andere Schriftsteller zwischen zwei Büchern möglicherweise spazieren gehen, ihren Garten pflegen oder einfach einmal nichts tun, erfand Dusade zusätzlich „Dusades Kompendium“.
Eine Sammlung philosophischer Betrachtungen über Moral, Religion, Satan, Todsünden, Libertinage, gesellschaftliche Masken und die Frage, ob der Mensch eigentlich grundsätzlich einen an der Waffel hat.
Spoiler:
Die bisherigen Beiträge deuten darauf hin, dass Dusade diesbezüglich einen gewissen Anfangsverdacht hegt.
Besonders auffällig ist dabei seine ausgeprägte Allergie gegen einfache Antworten.
Wo ein normaler Mensch sagt:
„Das ist falsch.“
setzt sich Dusade hin, zündet gedanklich zwölf Kerzen an, stellt einen Totenschädel daneben und schreibt:
„Doch wer bestimmte, was falsch ist – und welche Begierde verbirgt sich hinter unserem Bedürfnis, es zu verurteilen?“
Dreihundert Wörter später steht Satan im Salon, Marquis de Sade nippt am Wein und irgendwo öffnet sich ein roter Samtvorhang.
Das ist inzwischen praktisch unvermeidlich.
Überhaupt scheint Dusade eine beunruhigende Menge roter Samtvorhänge zu besitzen.
Hinter jedem zweiten lauert entweder ein neues Buch, ein philosophischer Abgrund oder irgendein französischer Aristokrat, dessen Abend garantiert nicht so verlaufen wird, wie er ursprünglich geplant hatte.
Sein literarisches Universum lässt sich daher erstaunlich präzise zusammenfassen:
Kerzen: viele.
Totenschädel: selbstverständlich.
Moralische Gewissheiten: ausverkauft.
Französischer Adel: in Schwierigkeiten.
Vorhänge: rot.
Menschen: vermutlich das eigentliche Problem.
Und mittendrin steht Alexandre Dusade, betrachtet das Chaos und nennt es vollkommen ungerührt:
„Recherche.“
Ist das nun Kunst?
Möglicherweise.
Kann das weg?
Schwierig.
Denn kaum hat man einen Text von Dusade beseitigt, tauchen drei neue Manuskripte, zwei Kompendium-Beiträge und die Idee für einen weiteren Roman auf.
Man wird den Kerl einfach nicht los.
Vielleicht ist genau das sein eigentliches literarisches Konzept.
— Alexandre Dusade

Literatur für die dunklen Seiten des Seins.
Oder für Menschen, denen Stephen King manchmal einfach zu gut gelaunt ist.