Dusade schreibt nicht über Monster. Er schreibt über
Menschen.
Über Begierde und Moral. Über Macht und Unterwerfung. Über jene dunklen Winkel
unseres Wesens, die wir gerne anderen zuschreiben, weil wir fürchten, uns selbst
darin wiederzuerkennen.
Seine Geschichten wechseln die Jahrhunderte, ihre Kulissen und ihre Gestalten.
Doch hinter ihnen steht immer dieselbe Frage:
Was bleibt vom Menschen, wenn man ihm die Gewissheit
nimmt, gut zu sein?

Dabei geht es nicht darum, das Abgründige zu verherrlichen. Es geht um den Blick
dorthin, wo Moral unbequem wird. Wo Täter menschlich bleiben, Opfer nicht bloß
Staffage sind und das vermeintliche Monster erschreckend vertraute Züge trägt.
Vielleicht ist das die Essenz von Alexandre Dusade: Geschichte als Spiegel.
Dekadenz als Fassade. Das Unheimliche als Vergrößerungsglas. Und der Mensch als
das eigentliche Rätsel.
Dusade möchte nicht erklären, was du denken sollst. Er möchte eine Tür öffnen,
einen Blick dahinter erlauben – und dich anschließend mit einer viel
unangenehmeren Frage alleinlassen:
Wie sicher bist du dir, dass du auf der richtigen Seite der Tür
stehst?
— Alexandre Dusade